Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum

Träume sind Schäume,
so sagt man allgemein,
doch Träume geben Räume,
um einmal ganz du selbst zu sein.

Träume geben dir Kraft,
sie lassen dich erleben,
was du nicht immer schaffst,
doch werden sie dir Hoffnung geben.

Träume sind ein sicherer Hort,
Gefühle zu genießen.
Und selbst wenn du aufgewacht,
werden sie den Tag versüßen.

Lass dir nicht die Träume rauben,
halte stets an ihnen fest.
Du sollst immer daran glauben,
ein Traum sich meist erfüllen lässt.

Träume nicht dein Leben,
sondern lebe deinen Traum!
Nur lasse auch der Wirklichkeit
in deinem Leben Raum

 

 Trauer 

Der Tod hat keine Bedeutung -
ich bin nur nach nebenan gegangen.
Ich bleibe, wer ich bin,
und auch Ihr bleibt dieselben.

Was wir einander bedeuteten, bleibt bestehen.
Nennt mich bei meinem vertrauten Namen.
Sprecht in der gewohnten Weise mit mir
und ändert Euren Tonfall nicht!

Hüllt Euch nicht
in Mäntel aus Schweigen und Kummer.
Lacht wie immer
über die kleinen Scherze, die wir teilten.

Wenn Ihr von mir sprecht, so tut es ohne Reue
und ohne jegliche Traurigkeit.
Leben bedeutet immer nur Leben
- es bleibt so bestehen, immer -
ohne Unterbrechung.

Ihr seht mich nicht,
aber in Gedanken bin ich bei Euch.
Ich warte eine Zeit lang auf Euch
- irgendwo, ganz in der Nähe -
nur ein paar Straßen weiter.

Henry Scott-Holland

 

 

An meinem Grabe

Da steht ihr nun, wollt mich betrauern
ihr glaubt, dass ich hier unten bin:
ihr mögt vielleicht zunächst erschauern -
doch schaut einmal genauer hin.

Ich bin nicht hier - wie ihr vermutet,
mein Körper mag hier unten sein,
doch während die Musik noch tutet
bin ich schon lang nicht mehr allein.

Seht ihr die Blätter dort im Wind?
Es sind sehr viele - sicherlich -
doch achtet drauf wie schön sie sind;
und eins der Blätter - das bin ich.

Seht die Wolken am Himmel ziehen,
schaut ihnen zu und denkt an mich,
das Leben war doch nur geliehen,
und eine Wolke - das bin ich.

Die Schmetterlinge auf der Wiese,
perfekt erschaffen - meisterlich,
ich bin so fröhlich grad wie diese,
und einer davon - das bin ich.

Die Wellen, die vom Bach getragen,
erinnern sie vielleicht an mich?
Ihr müsst nicht lange danach fragen:
denn eine Welle - das bin ich!

Blumen erblühen in all ihrer Pracht
die Rose und selbst der Wegerich,
und alle sind für euch gemacht
und eine Blume - das bin ich.

Ich möchte nicht, dass ihr jetzt trauert,
für mich wär das ganz fürchterlich.
Tut Dinge, die ihr nie bedauert:
Denn Eure Freude - das bin ich

 

 

Der Tod ist nichts 

Der Tod ist nichts, ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt,
sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
Gebraucht nicht eine andere Redensweise, seid nicht feierlich oder traurig. Lacht über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.

Betet, lacht, denkt an mich,
betet für mich,
damit mein Name im Hause ausgesprochen wird,
so wie es immer war,
ohne irgend eine besondere Bedeutung,
ohne Spur eines Schattens.
Das Leben bedeutet das was es immer war,
der Faden ist nicht durchgeschnitten.
Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg,
nur auf der anderen Seite des Weges.

 

 

 Innere Stimme

© Marie Mewes

Wenn du deine Augen schließt,
siehst du sie.
Wenn du deine Ohren zuhältst,
hörst du sie.
Wenn dein Mund geschlossen ist,
redest du mit ihr.
Wenn du sie nicht hören möchtest,
spricht sie mit dir.
Wenn man Feinde hat,
ist sie ein Freund.
Wenn man Freunde braucht,
kann sie zum Feind werden.

Sie ist es,
die dir zeigt was richtig ist.
Sie ist es,
die dir Hoffnung schenkt.
Sie ist es,
die dich zum Verzweifeln bringen kann.

Sie ist dein Freund.
Sie ist dein Feind.
Sie ist deine Hoffnung.
Sie ist deine Trauer.
Sie ist dein Gewissen.
Sie ist du.
Sie ist deine innere Stimme